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PROGRAMM
2017
Eltern. Welche Möglichkeiten
gibt es verschiedene Formen von
Regenbogenfamilien rechtlich
abzusichern? Wann ist eine Stief-
kindadoption möglich und wel-
che rechtlichen Folgen bringt sie
mit sich? Was bedeutet es, eine
private Samenspende oder eine
Samenbank zu nutzen? Geht ein
privater Spender, der nicht Vater
sein will, ein finanzielles Risiko
ein oder kann ein Spender die
Stiefkindadoption verhindern? In
ihrem Vortrag geht die Rechtsan-
wältin Michaela Verweyen Fra-
gen wie diesen nach und erläu-
tert, welche Rechte und Pflichten
sich für die Beteiligten in ver-
schiedenen Konstellationen von
Regenbogenfamilien ergeben.
rubicon e.V., Rubicon, Rubens-
straße 8 - 10, barrierefreier Zu-
gang und WC, www.rubicon-koeln.
de, Eintritt 5 bis 10 Euro (nach
Selbsteinschätzung)
MITTWOCH
5.
JULI
18 UHR | POLITIK
VERFOLGUNG
VON LGBTI*
WÄHREND DER
ZEIT DES NATIONAL-
SOZIALISMUS
„Nie wieder“ lautet das Motto
des diesjährigen Kölner CSD.
Es soll an die Verfolgung von
LGBTI* zur NS-Zeit erinnern und
ist als nachdrücklicher Aufruf
an die Politik gerichtet, dass
niemals wieder eine Situation
eintreten darf, in der bestimmte
Bevölkerungsgruppen mit einem
Symbol – wie zum Beispiel dem
Rosa Winkel – gekennzeichnet
werden dürfen. Menschen mit
gleichgeschlechtlicher
sexu-
eller Orientierung waren eine
der zahlreichen Opfergruppen
des Nationalsozialismus. Sie
wurden ebenso wie Menschen
jüdischen Glaubens, Sinti und
Roma,
Gewerkschafter_innen
und politisch Andersdenkende
als Staatsfeinde gebrandmarkt,
verfolgt und vernichtet. Vor-
sichtigen Schätzungen zufolge
waren in den Konzentrationsla-
gern allein zwischen 10.000 und
15.000 homosexuelle Männer
inhaftiert. Ein großer Teil von
ihnen überlebte den NS-Terror
nicht. Welche Ansicht vertrat
die NS-Ideologie zur Homose-
xualität? Welche gravierenden
Einschnitte brachte die Macht-
übertragung an die Nationalsozi-
alisten für die LGBTI*-Bewegung
in Deutschland mit sich? Und
wie erging es Lesben, Inter- und
Transgender-Menschen
unter
der Herrschaft der Nationalsozi-
alisten? Mit dem Vortrag wollen
wir das Thema „Verfolgung von
LGBTI* zur NS-Zeit“ grundsätzlich
unter die Lupe nehmen sowie
den aktuellen Forschungsstand
kritisch betrachten und darüber
diskutieren. Dazu haben wir den
Historiker Marcus Velke einge-
laden. Er ist Vorsitzender des
Centrum Schwule Geschichte
Köln und forscht zur Geschichte
homosexueller Emanzipation in
Deutschland im 19. und 20. Jahr-
hundert.
ASTA der Uni Köln, CSG e.V. und
DGB, Universität zu Köln, Raum
H113 im IBW Gebäude, Referent:
Marcus Velke, Historiker und
Vorsitzender des Centrum Schwule
Geschichte e.V., Eintritt frei
19:30 | POLITIK
ALS GERICHTE
DIE KINDER
WEGNAHMEN
Bundesdeutsche Gerichte ent-
zogen bis in die 1990er Jahre
Elternteilen das Sorgerecht
bzw. die elterliche Gewalt für
ihre Kinder – wenn den Ge-
richten bekannt war, dass diese
Elternteile gleichgeschlechtlich
liebten. Das betraf offenbar vor
allem lesbische Mütter. Diese
Form der Repression ist bisher
kaum bekannt. Die Historikerin
und Expertin für die bundes-
deutsche Nachkriegsgeschichte,
Dr. Kirsten Plötz, stieß während
ihrer Forschungen über die
Diskriminierung und Verfolgung
weiblicher Homosexualität im
Zeitraum der 1940er bis 70er
Jahre im Bundesland Rheinland-
Pfalz auf bislang unerschlosse-
nes Quellenmaterial. Mit Blick
auf die Geschichte der Bundesre-
publik Deutschland und auf die
Geschichte lesbischer Existenz
ergeben sich neue Erkenntnisse
von erheblicher Relevanz. Be-
richt über die Forschungsergeb-
nisse mit anschließender Dis-
kussion.
Referentin:
Dr. Kirsten
Plötz
Foto: Rubicon
rubicon e.V., Rubicon, Ru-
bensstraße 8 - 10, Eintritt frei,
barrierefreier Zugang und WC,
www.rubicon-koeln.de




